Die neue Automobilität

Derzeit erschlagen uns ja die vielzähligen Negativ Nachrichten zur Deutschen Autoindustrie. Bei uns in der Familie, ja in der ganzen Stadt ist jeder irgendwie davon betroffen. Der Slogan ist allgemein, dass wir diese 2 bis 3 schlechten Jahre überstehen müssen und werden.

Unsere Politiker im Land sind der selben Meinung.

Wohl mir fehlt der Glaube….

Heute, auf der Rückfahrt von Bella Italia war der übliche Stau. München bis Tauerntunnel und Tauerntunnel bis Greding. Hunderte Kilometer, Stopp and Go. 8 Spuren voll.

Am Samerberg und Irschenberg kann man die Kolonnen am Besten sehen. Soweit das Auge reicht. Auto an Auto.. und es war kein Ferienbeginn oder -Ende.

Jetzt stelle ich mir vor, das sind alles Elektroautos. Wo bitte sollen die alle Tanken? Gibt es dann Tankstellen mit hunderten von Elektrozapfsäulen? Wo soll der Strom dafür herkommen? Direkt aus den neu erbauten Wasserkraftwerken die sich aus den Gletschern der Alpen speisen? Und die größte Sorge machen mir die notwendigen Starkstromleitungen zu den Zapfsäulen… wahrscheinlich wachsen dann Olivenbäume und Palmen im Chiemgau. Der Boden dürfte durch diese Fußbodenheizung warm genug werden.

Also wir bleiben dann einfach gleich in Bayern. Die Reichweite der EAutos ist dann auch genug.

Ach so, man könnte auch Wasserstoffautos bauen. Nur, die wird man nicht dicht bekommen- außer die Moleküle werden Gen verändert und wachsen noch.

Die Zukunft für das Auto und damit für den Industriestandort Deutschland wird bestimmt spannend. Drücken wir die Daumen und hoffen das unseren Wissenschaftlern, Politikern und dem Geldadel dazu mehr einfällt.

Der Maler

Der Karl. Ein gut genährter dunkelhaariger Mitfünfziger. Gemütlich und ruhig ist er. Er hat tiefe Augenringe.

Da sitzt er neben mir auf der Terrasse und wir trinken eine Tasse Kaffee. Pause.

Kennengelernt haben wir ihn letztes Jahr auf der Herbstdult. Wir haben uns einen Tisch geteilt und sind ins Gespräch gekommen. War ein netter Abend. Der Karl hat erzählt, dass er LKW fährt und gelernter Maler ist. Im Nebengewerbe malert er immer noch….

Also Handynummer notiert – Maler kann man als Hausbesitzer bestimmt mal brauchen.

Jetzt ist er da und verschönert unser Wohnzimmer.

Er ist kein Plauderer. Er fischt, mag seine Ruhe. Ich höre zu.

Er erzählt von seiner Kindheit im Kinderheim. Ich lerne, dass nicht nur Priester Kinder misshandelt haben, sondern Ordensschwestern das wohl auch als ihre Pflicht gesehen haben… Als Jugendlicher kommt er zum 1. Mal mit dem Gesetz in Konflikt. Wohl immer wieder mal. Im Jugendgefängnis kann er seine Malerlehre fortsetzen und abschließen.

Ein normales Leben kennt der Karl nicht. Er braucht weniger das Geld als den Kick.

Mit einem Freund beginnt er Einbrüche zu machen. Knackt Tresore – wird immer wieder erwischt. Insgesamt verbringt er 27 Jahre in Haft . Mehr als sein halbes Leben.

Seit 5 Jahren ist er draußen. Er macht keine Brüche mehr. Er ist fleißig in seinem Beruf und im Nebenjob. Seine Schwester ist ihm eine große Stütze. Eine Frau sucht er halt, der Karl…

So, Pause beendet. Das Wohnzimmer fertig streichen.

Was für eine Geschichte

Der Karl ist ein guter Maler – er wird von uns bestimmt wieder gebraucht.

Am Ende wird alles gut

Wieder ein Sonntag. Wetter durchwachsen. Es wird ein gemütlicher Tag. Zeit um einen Sauerbraten zu machen. Also Braten am Herd anbraten und ab in das Backrohr damit. Jetzt sind mindestens 2 Stunden Zeit für andere Dinge, wie z.B. Blaukraut kochen. Dafür brauche ich einen Apfel. Keiner mehr im Obstkorb. Ah, ich habe noch Apfelstücke für Apfelkuchen eingefroren. Nehm ich halt davon. Und mit dem Rest backe ich noch Apfelkuchen und versüße uns den regnerischen Sonntag. Genug Zeit habe ich ja.

Zwischendurch könnte ich ja unsere Couch mal mit einem feuchten Tuch abwischen. Was ist das? Nein! Die Gummierung des Kunstleders löst sich ab. Überall, mal mehr, mal weniger.

Zwischendurch nach dem Braten sehen. Der Ofen ist kalt. Keine Reakion mehr. Nicht mal Licht. Was mache ich jetzt mit dem halbgaren Braten? Nachbarin anrufen. Um Asyl für den Braten bitten. Hoffentlich ist sie Zuhause. Es klappt, Braten aus der Röhre nehmen, raus, über den Hof und mit dem Gargut zwei Stockwerke hoch. Nachbarin wartet schon und übernimmt. In 90 Minuten komme ich wieder 😅

Was wird aus dem vorbereiteten Kuchen? Die Nachbarin will, sobald mein Braten fertig ist, wegfahren. Gut, es gibt mehr Nachbarinnen. Die Nächste fragen und es klappt. Kuchenform geschnappt, über die Straße und Kuchen übergeben. In 30 Minuten komme ich wieder.

Evtl. kann man die Couch ja neu beziehen. Die Polsterung und das Gestell sind Tiptop. Gibt es einen Polsterer in der Stadt? Finde einen im Internet und vereinbare online für Montag einen Termin.

Brauche Kundendienst für Herd. Dank Internet auch einen für nächste Woche bestellt.

Oh Mann, 30 Minuten sind schon um. Rüber zur Nachbarin, Kuchen holen. Die Hälfte als Entschädigung da gelassen.

Zurück in der heimischen Küche nochmal ein Versuch, den Backofen zu reanimieren. Das Licht leuchtet wieder. Er funktioniert wieder! Also wieder vorheizen.

Rüber zur Nachbarin in den 2. Stock, Braten heimholen (sie kann jetzt los).

Nach zweieinhalb Stunden ist der Tisch gedeckt und mein Schatz hat seinen Wellness Tempel (unser Bad) verlassen. Setzt sich an den Tisch.

‚Mmhhh, sieht alles lecker aus, nur du machst so einen gestressten Eindruck. War was? 🤪

Sonntagsspaziergang

Das Wetter war wieder einmal fantastisch. Die geplante Rollertour viel aufgrund einer Zahn OP aus (der Helm drückt). Macht nix, fahren wir mit dem Rad. … Früh hatte es nur 6 Grad und es gab Wind. Also wir gehen lieber spazieren. Mittagessen zuhause mit leckerem Spargel und los.

Durch die Natur, am Fluß entlang. Menschen liegen auf den Wiesen und genießen die Sonne. Die wussten früher, vor Corona, nicht einmal, dass es hier den wunderschönen Fluß gibt. Auf dem Wasser Kanufahrer und Stand Up Paddler. Am Ufer Angler und Familien beim Picknick – mit den Füßen kann man schon ins Wasser. Steine werfen geht alle Mal. Radfahrer überall. Wie im Urlaub.

Je näher wir der Altstadt kommen, desto mehr verschärft sich der Eindruck, dass wir uns einer Touristenhauptstadt nähern (nur sind die Besucher jetzt Einheimische). Auf der Steinernen Brücke ist das Abstand halten unmöglich. Gut, wir kennen uns aus, gehen über eine andere Brücke. In der Stadt dann eine Demo. Für die Freiheit.

Ich habe dafür kein Verständnis. Die meisten von denen kennen wahrscheinlich keine Unfreiheit, wie sie in vielen anderen Ländern leider herrscht. Mit der fehlenden Freiheit, Kneipen zu besuchen, kann ich gut leben, zudem es endlich ist.

Aber ohne das Grundrecht auf Gesundheit möchte ich nicht leben. Es kommt der Gedanke auf, dass man den Protestierenden eine kleine Corona Erkrankung wünscht, damit sie wieder verstehen, was die Prioritäten im Leben sind. Also schnell weg von den Nicht Maskentragern und den Nicht Abstandshaltern.

In einer weniger frequentierten Ecke wird Eis verkauft. Aus dem Fenster – also keine Maske zum Kaufen notwendig (ich hatte meine vergessen). Alle stehen brav in einer 2 m Abstandsreihe, die Verkäuferin ist durch eine Plexiglasscheibe gesichert. Ich bekomme mein Eis und die Welt ist wieder in Ordnung 😀 Geht doch!

Zuhause konnte ich dann feststellen, das meine beiden Fußsohlen große Blasen aufweisen. Es war meine Entscheidung keine bequemen sondern Stadt Flanierschuhe anzuziehen. So ist das mit der Freiheit. Falsche Entscheidung getroffen, Gesundheit gefährdet.

Frühjahrsputz

Wir wohnen in einer kleinen, eher ländlichen Siedlung in der Stadt. 1 Bauernhof, 9 Einfamilienhäuser, 2 Doppelhaushälften, 2 Reiheneckhäuser und 2 Mehfamilenhäuser mit insgesamt 7 Wohnungen die zum Teil vermietet sind. Wir sind Familien mit Kindern, Paare und Singles. Also, alles vertreten… So unterschiedlich die Strukturen sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen die hier leben.

Warum ich das erzähle?

Seit Mitte März ( ich mag das böse ‚C‘ – Wort nicht benutzen) haben alle das gleiche Ziel : Ihr Zuhause auf Vordermann bringen – aufpimpen auf Neudeutsch. Plötzlich entwickeln sich alle zu Heinzelmännchen!

Mit Hilfe von Hochdruckreinigern werden Terrassen, Wege und sogar Straßen bliz blank geputz. Dächer abgesprüht, Rollos und Fenster geputzt. Dann kamen Garten und Balkon Arbeiten. Aufgeräumt, neu bepflanzt, umgestaltet vom Blumen- zum Gemüsegarten. Der Rasen wird jetzt 2 x wöchentlich gemäht. Die Kehrmaschinen kommen zum Einsatz (hat man ja schon lange ungenutzt rumstehen). Jetzt sind wir bei den Malerarbeiten angekommen. Da wird Holz geschliffen auf Teufel komm raus, und danach Zäune, Gartenhäuschen, Gartenmöbel ect. mit neuer Farbe aufgefrischt.

Ich bin gespannt, was der Siedlungsgemeinschaft als Nächstes einfällt. Einer fängt an – alle machen mit. Aber wie unsere kleine Nachbarin (4 Jahre) immer sagt: ‚es könnte schlimmer sein‘! 😅

Nur einer bildet die Ausnahme. Unser Bauer. Er macht seit Tagen Holz. Der nächste Winter muss fürchterlich kalt werden!

Prioritäten

Unser kleines Nachbarkind, ein Mädchen, 4 Jahre hat heute mit Wasserfarben ein Bild gemalt.

In der Mitte ein pinkes Auto, könnte ein Beatle sein. Außen herum eine dunkle Wolke.

Ok es zieht ein Gewitter auf! Minuten später – die Wolken überziehen das ganze Bild und verdecken sogar zur Hälfte das Auto.

Ah, ich verstehe – das schöne Auto verpestet die ganze Luft.

Ja, jetzt fällt es mir auch wieder ein! Bis vor ein paar Wochen hatten wir eine Welt Klima Krise. Gott sei Dank (oder Corona) ist diese Krise nun Vergangenheit!

Vor Thailands Küsten werden wieder Wale und Seekühe gesehen und in Venedig ist das Wasser wieder klar…. Fridays for Future braucht es auch nicht mehr, geht ja keiner zur Schule.

Nur gut, dass die Kleinen nicht so schnell vergessen und uns erinnern…

Corona Ausgangsbeschränkungen – ein Segen

Nun, ich fang mal mit der 1. positiven Erfahrung an. Mein Mann kommt völlig frustriert von der Arbeit. Er muss jetzt 2 Wochen zuhause bleiben und Überstunden abbauen…

Ich mache ihn darauf aufmerksam, dass dies wohl der einzige Urlaub in seinem Leben sein wird, der zu 100% nach seinen Wünschen ausfallen wird.

1. er muss nicht verreisen

2. er muss in keine Gaststätte gehen – ich werde auch Sonn- und Feiertag lecker für ihn kochen

3. er muss keine lästigen Verwandtenbesuche absolvieren

4. er kann den ganzen Tag in Haus und Garten werkeln

5. er muss kein schlechtes Gewissen haben, dass er mir keine Freizeitunterhaltung bietet.

Seine Laune ist schlagartig fantastisch 😉

Die 2. positive Erfahrung ist, dass wir eine tolle nachbarschaftliche Gemeinschaft haben.

Mangels sozialer Kontakte zu Familie und Freunden freut man sich über einen Plausch am Gartenzaun, über den Balkon oder auf der Straße (natürlich mit gebührlichem Abstand). Da fast alle Nachbarn zuhause sind (Urlaub, Gleitzeit, Kurzarbeit ect.) ergeben sich hierfür überraschen viele Gelegenheiten.

Die 3. positive Erfahrung ist, der wenige Verkehr. Unser Garten und unsere Terrasse liegen an einer stark befahrenen Wohnstraße. Zu den Stoßzeiten machte es bisher nicht wirklich Spaß auf der Terrasse zu sitzen. Jetzt frag ich mich – wo sind all die Autos hin? Ich höre nur noch Vogelgezwitscher😀

Die 4. positive Erfahrung: Eltern besinnen sich auf Freizeitgestaltung zusammen mit ihren Kindern. Es wurde noch nie soviel gemeinsam gebastelt, gemalt und gespielt. Es wird gewandert, Fahrrad gefahren, Fußball gespielt usw. Am besten gefällt mir, dass am späten Nachmittag die Väter (ohne Mütter) mit den Kindern im Kinderwagen spazieren gehen. In der Häufigkeit gab es das vor Corona nicht…

Ich könnte so weitermachen mit positiven Aspekten….

Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht, ich freue mich auch auf die Zeit nach Corona – etwas Neues, auf das man sich freuen kann 🤗

In dem Sinne – am Ende wird alles gut, wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende…

Corona Frühling

Dieser Frühling gestaltet sich ganz anders als alle vorherigen.

Seit fast 2 Wochen haben wir nun in Bayern eine Ausgangsbeschränkung. Das bedeutet praktisch für mich:

keine Treffen zum Frühstück mit Freundinnen (Cousinen),

keine Einkaufsbummel,

keine Besuche meiner Enkelin und meiner Kinder.

Mein Mann ist die Hälfte der Woche bei mir zuhause – im Homeoffice.

Nun, mit meinen Freundinnen und Cousinen gibt es schon lange eine WhatsApp Gruppe. Hier werden meist ziemlich oberflächliche Themen gehandelt, Fotos von Speisen, Enkelkindern ect. Jetzt stelle ich fest, wir beackern auch sozialkritische, philosophische und ernste Gedanken. Die Qualität ist eine andere geworden. Eine Bessere. Wenn das auch zu dem ein oder anderen Konflikt führt – es ist gut so!

Mein Kleiderschrank ist brechend voll. Auch der Zusatzkleiderschrank im Keller. Aber wenn man bummeln gehen könnte, würde einem doch das ein oder andere Teil ins Auge stechen und den Weg nach Hause finden…. jetzt entdecke ich Teile in meinem Schrank zuhause, die ich lange nicht getragen habe und freue mich über die hübschen Kleidungsstücke und dass sie mir noch passen! Zudem, Geld gespart.

Anstatt fast täglich in Supermärkten rumzuhängen gehe ich jetzt viel spazieren oder wandern in der erwachenden Natur. Das macht mich wirklich glücklich. Die Sonne scheint, die ersten Frühlingsblumen blühen, die Vögel genießen es, dass ihr Zwitschern wieder lauter ist als der menschgemachte Lärm. Unterwegs, zu zweit, macht das alles noch mehr Spaß. Vor allem die Brotzeiten! (Es muss nicht Biergarten sein).

Unser Kontakt zu Kinder und Enkelkinder beschränkt sich auf Telefon und kurze Treffen. Aber ich stelle fest, meine Söhne, Schwiegertöchter und Enkelin wachsen in ihren Familien zusammen. Das ist sehr schön zu beobachten.

Es ist gut, wenn mein Mann zuhause ist. Wir reden viel. Auch Belangloses. Aber wir haben immer einen Gesprächspartner. Ich bin froh, dass wir uns haben. Gestern hab ich ein Zitat gehört welches mich beeindruckt hat: Wenn Ehen scheitern, dann liegt es nicht an der schwindenden Liebe, sondern an der fehlenden Freundschaft. Gut, dass ich seit 33 Jahren einen besten Freund habe .

Ich, jedenfalls, genieße diese Tage.

P.s. Ich weiß, dass das Virus uns bedroht, auch ich gehöre zur Risikogruppe. Auch, dass es viele Menschen. finanziell hart treffen wird. Aber ich war und bleibe ein positiver Mensch. Deshalb fällt mein Corona Bericht etwas anders aus…. Bleibt gesund und gut gelaunt!

Es muß nicht der Tititcacasee sein

Wir haben einen phantastischen Sommer in Bayern.

Eigentlich zu heiß für eine Rollertour mit voller Montur. Man müsste hoch hinaus, da ist es kühler… Aber von Regensburg in die Berge — zu viel Verkehr! Wir fahren in den Bayerischen Wald. Wald ist kühl, und hoch ist es auch!

Ein Ziel unserer Tour ist der Große Arbersee. Wunderschön.

Schwingrasenflächen
Im Hintergrund der Große Arber

Hier kann man auf einem neu angelegten Wanderweg mit Holzstegen und Brücken rund um den See wandern oder Tretboot fahren

Ein Spaß, nicht nur für Kinder

Auch gastronomisch wird man sehr gut im neu gebauten Arberseehaus versorgt.

Und wer nun wirklich die Schwimmenden Inseln sehen will — der kann zum Kleinen Arbersee wandern oder von Lohberg aus mit dem kleinen Zug hinfahren.

PS. Wir haben es leider an diesem Tag nicht mehr geschafft — aber wir kommen wieder!

Ich brauch‘ nix mehr….

Kennt ihr das: am Wochenende trudeln von allen Supermärkten, Discountern, Möbelhäusern und Baumärkten in deiner Nähe die Prospekte ein.

Seit Jahrzehnten war es ein wunderbares Ritual am Sonntagmorgen aufzuschreiben welche Schnäppchen man sich im Laufe der Woche wo holt und ein guter Grund mit seinem Partner ausführlich zu kommunizieren 😉

Nun bin ich über 60. Das Haus und der Garten sind eingerichtet. Möbelhäuser und Baumärkte scheiden also aus. Nicht einmal Werkzeug brauchen wir mehr, da das meiste eh schon doppelt im Keller vorrätig ist….

Bleiben also Supermärkte und Discounter. Wo wir früher, noch mit Kindern, Stunden brauchten um unseren Einkaufswagen für die Woche zu füllen, bin ich diesen Montag mit einer spartanische Einkaufsliste los: Currycetchup war im Angebot und Cola Zero. Dann noch 2 Biobanannen und Brot. Fertig. Dank der zwei Kisten Cola sah der Wagen auch voll aus – nur mein Einkauf war nach 5 Minuten erledigt…

Ah, kurz vor der Kasse gibt es einen Schnäppchen Tisch mit Lebensmitteln. Kann man ja mal ansehen. Vielleicht ist was Brauchbars dabei. Tatsächlich, ich finde Dosen mit Süßkirschen und Datteltomaten für 40 Cent.

Da spricht mich eine ältere Dame an, wie lange die Haltbarkeitsdaten dieser Schätze sind, sie hat leider ihre Brille vergessen. Gerne bin ich bereit die Daten zu suchen und ihr mitzuteilen. Es gibt auch Miracoli mit Kräutersoße. Schmecken diese? Ich werde also auch noch Einkaufs- und Ernährungsberater. Am Ende habe ich der Dame 3 verschiedene Dosenprodukte verkauft. Und mein Aufenhalt, meine Supermarktexperience hat fast eine Stunde gedauert.

Die Dame war glücklich über die Unterhaltung und ich, dass ich jetzt für so etwas Zeit habe. Ein Hoch auf den Ruhestand!