Es muß nicht der Tititcacasee sein

Wir haben einen phantastischen Sommer in Bayern.

Eigentlich zu heiß für eine Rollertour mit voller Montur. Man müsste hoch hinaus, da ist es kühler… Aber von Regensburg in die Berge — zu viel Verkehr! Wir fahren in den Bayerischen Wald. Wald ist kühl, und hoch ist es auch!

Ein Ziel unserer Tour ist der Große Arbersee. Wunderschön.

Schwingrasenflächen
Im Hintergrund der Große Arber

Hier kann man auf einem neu angelegten Wanderweg mit Holzstegen und Brücken rund um den See wandern oder Tretboot fahren

Ein Spaß, nicht nur für Kinder

Auch gastronomisch wird man sehr gut im neu gebauten Arberseehaus versorgt.

Und wer nun wirklich die Schwimmenden Inseln sehen will — der kann zum Kleinen Arbersee wandern oder von Lohberg aus mit dem kleinen Zug hinfahren.

PS. Wir haben es leider an diesem Tag nicht mehr geschafft — aber wir kommen wieder!

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Ich brauch‘ nix mehr….

Kennt ihr das: am Wochenende trudeln von allen Supermärkten, Discountern, Möbelhäusern und Baumärkten in deiner Nähe die Prospekte ein.

Seit Jahrzehnten war es ein wunderbares Ritual am Sonntagmorgen aufzuschreiben welche Schnäppchen man sich im Laufe der Woche wo holt und ein guter Grund mit seinem Partner ausführlich zu kommunizieren 😉

Nun bin ich über 60. Das Haus und der Garten sind eingerichtet. Möbelhäuser und Baumärkte scheiden also aus. Nicht einmal Werkzeug brauchen wir mehr, da das meiste eh schon doppelt im Keller vorrätig ist….

Bleiben also Supermärkte und Discounter. Wo wir früher, noch mit Kindern, Stunden brauchten um unseren Einkaufswagen für die Woche zu füllen, bin ich diesen Montag mit einer spartanische Einkaufsliste los: Currycetchup war im Angebot und Cola Zero. Dann noch 2 Biobanannen und Brot. Fertig. Dank der zwei Kisten Cola sah der Wagen auch voll aus – nur mein Einkauf war nach 5 Minuten erledigt…

Ah, kurz vor der Kasse gibt es einen Schnäppchen Tisch mit Lebensmitteln. Kann man ja mal ansehen. Vielleicht ist was Brauchbars dabei. Tatsächlich, ich finde Dosen mit Süßkirschen und Datteltomaten für 40 Cent.

Da spricht mich eine ältere Dame an, wie lange die Haltbarkeitsdaten dieser Schätze sind, sie hat leider ihre Brille vergessen. Gerne bin ich bereit die Daten zu suchen und ihr mitzuteilen. Es gibt auch Miracoli mit Kräutersoße. Schmecken diese? Ich werde also auch noch Einkaufs- und Ernährungsberater. Am Ende habe ich der Dame 3 verschiedene Dosenprodukte verkauft. Und mein Aufenhalt, meine Supermarktexperience hat fast eine Stunde gedauert.

Die Dame war glücklich über die Unterhaltung und ich, dass ich jetzt für so etwas Zeit habe. Ein Hoch auf den Ruhestand!

Neue Wege

Diesmal hatte ich mich mit einer Cousine zu einer Wanderung im bayerischen Vorwald verabredet. Unser Weg führte uns von Bernhardswald durch das wunderbare, idyllische Ellbachtal nach Unterlichtenwald.

Der Bach schlängelt sich durchs Tal

Danach wechselten wir ins Otterbachtal. Unser Ziel war der Biergarten Hammermühle. Nach fast 3 Stunden Wandern bei herrlichem Wetter hatten wir uns eine Brotzeit und ein kühles Bier verdient. Hoffentlich haben sie geöffnet – orakelte meine Begleitung. Da aber Osterferien waren und schönes Wetter war das doch keine Frage!

Biergarten Hammermühle

Denkste, Mittwoch Ruhetag! Stand weithin sichtbar auf dem Schild. Was nun? Das nächste Wirtshaus eine Stunde in der falschen Richtung. Der Bus? Eine Stunde warten. Also Zähne zusammenbeißen und ohne Stärkung zurück.

Ich schlage einen anderen Weg an der gegenüberliegenden Bachseite vor. Warum? Ich geh gern neue Wege. Es startete wunderbar. Über die Brücke, näher am Bach, durch die Wiesen. Der Weg wurde schmäler, dann ein Trampelpfad, dann ein Wildwechsel – aus. Wir stehen zwischen Bach, Brennesseln und steilem Hang. Meine Cousine hat Angst im Schlamm zu versinken, also in den Wald und den steilen Hang hinauf. Hurra ein Weg. Wir folgen ihm, bergauf, aber parallel zum Bach. Nein! Jetzt nimmt der Waldweg die falsche Richtung. Wir müssen wieder runter zum Bach. Und das mit Sandalen. Bach erreicht. Drüben wäre der wunderbare Weg. Also, nach kurzer Debatte , nach Abwägung der Risiken wie Schlamm, Blindschleichen, Flusskrebse und vor allem Zecken, wagen wir den ‚Dschungel Walk‘ und die barfuß Überquerung des unbekannten Gewässers. Erschöpft erreichen wir wieder unseren ursprünglichen Wanderweg . Diese harmlose Wanderung werden wir bestimmt nie vergessen.

Es lohnt sich, bekannte Wege zu verlassen!

Die Bombe

Im August 2018 gab es ein Gedenken des Luftangriffs der Regensburger Messerschmittwerke. Vor damals 75 Jahren wurde das Flugzeugwerk im Westen von Regensburg von den Amerikanern mit mehr als 1000 Bomben beworfen. Dabei wurden 400 Menschen getötet und 1800 schwer verletzt.

Beim Lesen dieser Berichte war ich natürlich betroffen und man wünscht sich, keinen Krieg erleben zu müssen.

Insgesamt wurden bis zu 40.000 Bomben über Regensburg abgeworfen. Schätzungsweise 20% davon waren Blindgänger und liegen nun seit über 70 Jahren in der Erde.

Nun, der Immobilienboom förderte in den letzten Jahren viele von Ihnen zu Tage. Meist können sie vor Ort entschärft und abtransportiert werden. Nichts Besonderes also.

Vorgestern aber wurde eine 250 kg Bombe zu Tage befördert die vor Ort gesprengt werden musste. Von der Evakuierung waren wir nicht betroffen. Das Bombenthema interessierte, war für die Meisten in der Stadt interessant, auch für mich, mehr nicht.

Am Folgetag um 4:41 änderte sich das schlagartig. Ich wurde von einem sehr lauten, dumpfen Knall geweckt. Alle Fenster klingelten und ich hatte das Gefühl das Haus wackelt. Mir war sofort klar, das war die Bombe. Sie wurde Kilometer weit von uns entfernt vor Ort gezündet.

Mein Herz klopfte.

Dann absolute Stille. Ich stand auf und brauchte erst mal einen Schluck Wasser. Zurück im Bett konnte ich nicht gleich einschlafen und habe darüber nachgedacht was meine Eltern in ihren Kindertagen erlebt haben mussten. Meine Mutter hatte öfter von der Angst und der Panik erzählt und von der Flucht in einen Luftschutzbunker. Das war interessant. Aber erst jetzt, nachdem die eine Bombe real in unserer Nähe explodiert ist, kann ich ansatzweise verstehen, was es bedeutet bombardiert zu werden.

Nur was man selbst erlebt, kann man richtig beurteilen. Leider.

Garten 4.0

Die Saison ist eröffnet. Die Gartenmöbel stehen wieder auf der Terrasse, die Blumenkübel sind bepflanzt. Die Solar betriebenen Deko Vögel, Schmetterlinge und Eidechsen haben ihren Platz zurückerobert. Bei eintretender Dämmerung werden sie von der Sensor gesteuerten Gartenbeleuchtungsanlage smart unterstützt. Der Wichtigste im Garten ist jedoch unser ‚Max‘. Max ist unser Mähroboter. Er ist fleißig und arbeitet stets bis zur völligen Erschöpfung. Was erstaunlich ist, denn unsere Rasenfläche beträgt grade mal 200 qm. Aber er gibt keine Ruhe, bis seine Energie komplett verbraucht ist. Fehler in der Software oder typisch für ‚Germany‘ 😉

Warum wir für so wenig Rasen einen Roboter benötigen?

Max ist ein Friedensstifter! Jahrelang gab es bei uns in der Familie Debatten über das richtige Mähen.

Öfter mähen. Dafür nicht zu kurz – oder

Kurz mähen. Dafür aber nur alle zwei Wochen

Es prallten regelmäßig Meinungen und Emotionen aufeinander….

Seit 4.0 und Max herrscht Frieden im Reihenhausgarten. Jetzt entscheidet allein der Roboter.

Ein Hoch auf die neue Welt!

Vögel sind auch nur Menschen

Der Tag beginnt. Ich sitze am Esstisch mit meiner ersten Tasse Kaffee und schaue aus dem Fenster. Der Apfelbaum blüht noch nicht. Er ist bevölkert von unzähligen Spatzen und Blaumeisen. Sie lieben den Baum. Deshalb habe ich auch ein großes Vogelhaus unter dem Baum aufgestellt.

Ich mag es, den Vögeln zuzusehen. Deshalb ist auch jetzt, im Frühjahr reichlich Futter im Häuschen. Sie haben Hunger! Die Aufzucht der Jungvögel kostet Energie.

Nur, sie fliegen nicht den Futterplatz an. Im Baum hängt eine kleine Schale aus Kokosnuss und in dieser ist ein Rest Winterfutter. Die Schale ist grad so groß, dass ein kleiner Vogel hineinpasst. Und dieser verteidigt seinen Platz, mal mehr oder weniger erfolgreich. Alle wollen in die kleine Kokosnussschale. Das gut gefüllte Futterhäuschen interessiert nicht.

So ist es eben – genau was der Eine hat, wollen die Anderen auch.

Und so werden die Alternativen gerne übersehen… Vögel sind auch keine besseren ‚Menschen‘.

Vorfreude

Zu Weihnachten haben wir Konzertkarten für ein Konzert von Andrea Berg geschenkt bekommen. Sie backt jetzt wieder ‚kleinere Brötchen‘ und kommt aus diesem Grund in die Donau Arena nach Regensburg.

Wir freuen uns sehr und notieren den Termin sofort im Kalender. Selbstverständlich mit Erinnerungsfunktion, damit wir den Termin ja nicht versäumen. Es ist der Freitag, der 8.März.

Tagelang fiebern wir dem Termin entgegen. Nun ist es soweit. Wir machen uns rechtzeitig auf den Weg und marschieren mit vielen anderen Besuchern Richtung Donauarena. Die Halle wird gut gefüllt sein. Die Vorfreude steigt!

Eingangskontrolle – wir zeigen unsere Tickets und werden nicht eingelassen.

Folgendes Gespräch entwickelt sich:

Kontrolleur 1: Halt, nicht abreißen, das sind falsche Tickets

Kontrolleur 2: mit diesen Tickets können wir sie nicht reinlassen

Die Menschenschlange hinter uns verstummt und ist ganz Ohr

Ich : das sind offizielle Tickets, keine gefälschten

Kontrolleur 1: ja, aber nicht für Heute

Ich, leicht verzweifelt: doch, da steht doch 8. März!

Kontrolleur 2: das sind aber die falschen Tickets

Ich: nein

Kontrolleur 1: die sind für das Andrea Berg Konzert

Ich: ja, genau

Kontrolleur 2: heute ist hier aber Rock meets Classic

Ich: aber heute ist doch der 8. März, auf dem Ticket steht 8. März

Kontrolleur 1: da steht Sonntag, 8. März, heute ist Freitag

Ich: ja, wie gibts das?

Alle vier stecken wir die Köpfe zusammen und begutachten nochmal intensiv die Tickets.

Kontrolleur 1: die Karten sind für das Andrea Berg Konzert, am Sonntag, den 8. März 2020!

Kontrolleur 2, leicht amüsiert: hey, ihr seid ein Jahr zu früh dran

Kontrolleur 1: kommt nächstes Jahr wieder und passt bis dahin gut auf eure Karten auf

Die Stimmung der Menschenschlange hinter uns wechselt schlagartig von genervt auf belustigt. Wir kämpfen uns durch die lachende Menge. Am Rückweg zum Auto lachen wir soviel, wie schon lange nicht mehr. Jetzt haben wir 1 Jahr Vorfreude auf das Konzert und ein Leben lang Spaß an dieser Geschichte.