Quelle Katalog

Könnt ihr euch noch an dieses dicke Buch der Wünsche erinnern? Es kam zweimal im Jahr. Heissbegehrt bei uns Kindern war der Winterkatalog.

Anders als heute konnten wir uns nicht im Internet oder sonstigen Social Media Kanälen informieren, welche Spielzeuge gerade angesagt waren. Im Fernsehen gab es eher Werbung für Maggie Produkte, Spüli und Zigaretten. Die Spielwarenmesse in Nürnberg war nur eine Messe für Fachhändler. An einen Einkaufsbummel mit Mama (ohne konkreten Anlass) kann ich mich erst in den Mitte 70er erinnern, nach dem bei uns ein Einkaufszentrum eröffnet wurde.

Zurück zum Katalog. Dieses Bilderbuch der Wünsche brachte uns durch den Herbst und den Advent. Täglich haben wir geblättert. Seiten als Merker eingeknickt, Spielzeuge als Wunsch markiert – wieder verworfen und neue Wünsche formuliert. Nach Weihnachten war der Katalog total zerfleddert und Mama freute sich auf den neuen Frühjahrskatalog.

Meine Kinder hatten dann schon mehr Auswahl an Printmedien. Es gab eigene Kataloge vom Vedes Fachgeschäft, vom Drogeriemarkt Müller oder Woolworth. Auch im Fernsehen wurden die Kinder als Werbekunden entdeckt. Mit den Kinderfilmen im Kino wurde bestimmt nicht soviel verdient, wie mit den passenden Spielzeugen dazu. Ich erinnere mich z.B. an Glücksbärchen, Masters of Universe oder Little Foot. Trotzdem blätterten meine Kinder sehr gerne in Katalogen und Prospekten. Was man sich alles wünschen könnte…. und Vieles davon, zu Vieles, wurde dann auch in den Geschäften gekauft.

Auch meine Enkelin freut sich heute noch über einen Spielzeugkatalog. Die Reaktion ist aber eine andere. Sie freut sich, dass sie auf Papier entdeckt was sonst über die div. Bildschirme zu sehen ist.

Ja, und ich bzw. wir? Freuten uns über die wöchentlich angelieferten Prospekte der im Umkreis von wenigen Metern liegenden Supermärkte, Discounter, Möbelhäuser und Baumärkte. Zu unserem morgendlichen Sonntagsvergnügen gehörte das Finden von ‚Schnäppchen‘. Wir machten eine Einkaufsliste und einen Routenplan für den Montag. Familie mit zwei Kindern, Hund und Haus benötigt so manches. Da musste man auch aufs Geld schauen…

Heute blättern wir immer noch in Prospekten. Aber die Einkaufstour entfällt. Wegen Corona? Nein!

Wir brauchen schlicht und einfach fast nix mehr 😀

Wenn mir früher meine Oma Geld geschenkt hat und ich es nicht nehmen wollte aufgrund ihrer geringen Rente – hat sie immer gesagt: Kind, ich brauch nix mehr, nimm’s ruhig.

Oh man, jetzt sind wir auch so weit….

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